Dieses Jahr nehmen wir Paprika und Chili-Sorten in die Saatgutbibliothek auf. Hier ein Vorgeschmack auf die Sorte „Elefantenrüssel“, mit der es nicht so einfach ist. Es gibt eine ursprüngliche Sorte mit diesem Namen, die um 1890 von einem neapolitanischen Gärtner entwickelt und 1893 von der italienischen Samenfirma Ernesto Dammann auf den Markt gebracht wurde. Das Bild 1 stammt aus dem Sortenkatalog 1899 von der Firma Chr. Lorenz. Sie war bis in die 50er Jahre im Anbau und ihrer großen, nicht scharfen (1 – 2 auf der Skala von 1 bis 10) Früchte wegen sehr beliebt.
Eine weitere, deutlich spätere Sorte mit demselben Namen ist eine Lokalsorte aus dem Gebiet um Mazedonien, Kosovo und Bulgarien. Dort wird sie u. a. „Vezena piperka“ (bestickter Pfeffer) genannt. Ein Züchter ist hier nicht bekannt. Sie ist deutlich schärfer als der vorherige Typ (5 — 7 auf der Skala von 1 bis 10) und hat eine „Korkierung“. Das sind die gut zu sehenden, eigenartigen, querliegend streifenförmigen Narben.
Die beiden
Typen sind deutlich verschieden, haben aber denselben Namen. Die Sorte steht heute auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland. Von beiden Typen können wir
Saatgut bei der Auftaktveranstaltung der Saatgutbibliothek am 26.2. im GPG ab 19:30 Uhr anbieten.

Kommentar schreiben