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Saatgutbibliothek - Sortenbeschreibung

Für erfahrene Hobbygärtner haben wir dieses Jahr einige historische Gurkensorten in die Saatgutbibliothek aufgenommen, die alle obligate Fremdbefruchter sind und von Insekten (oder mit dem Pinsel) bestäubt werden müssen. Hier ein Blitzlicht auf die alte Salatgurkensorte „Rollison's Telegraph“. Sie wurde gezüchtet und vermarktet von der Firma Wm. Rollison & Sons in Upper Tooting im Süden Londons und muss vor 1864 entstanden sein. Die Firma pries 1869 ihre Sorte mit dem Satz an: "Those expected to produce cucumbers in the winter should get this kind; & when they have once grown it, they will not grow any other sort.“ Seit Mitte der 1870er Jahre ist sie in beinahe allen Saatgutkatalogen deutscher Händler gelistet. Leider fiel sie im Dritten Reich der Sortenbereinigung zum Opfer, in der Nachkriegszeit hatte sie keine Bedeutung mehr, da übernahmen die Hybridgurken. 

 

Die Sorte sollte im Gewächshaus angezogen werden. Die weißfleischigen Gurken werden bis 50 cm lang und nicht bitter. Noch eine Kuriosität: In den Niederlanden gibt es im National-Museum Saet & Cruyt in Enkhuizen eine Sammlung mit 364 Gipsmodellen von historischem Gemüse, die mal zu Vergleichszwecken erstellt wurden. Das Bild zeigt das 1946 erstellte Gipsmodell der Sorte „Improved Telegraph“.

 

„Rollison's Telegraph“  und die Gurkensorten „Bautzener Kastengurke“, „Sensation“, „Noa's Treib“ und „Riesen Schäl“ werden bei der Auftaktveranstaltung der Saatgutbibliothek am 26.2. im GPG ab 19:30 Uhr vorgestellt.

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